Beratungskonzept

1.1 Allgemeine Grundlagen

Beratung in der Schule beinhaltet gleichermaßen pädagogisch – psychologisches Handeln sowie Hilfestellung für den einzelnen Schüler. Dabei werden Teile der Aufgabenfelder Erziehung und Beratung aus dem Elternhaus in die Schule verlagert. Um größtmögliche Wirkung zu erzielen, sollte sich Beratung an den einzelnen Lebensabschnitten und Entwicklungsstufen einer Schülerin und eines Schülers orientieren. Es sollen neben der Schulleitung, den Kolleginnen und Kollegen und der betroffenen Schülerin und dem betroffenen Schüler auch die Eltern in den Beratungsprozess mit eingebunden sein.

Darüber hinaus sollte dieser bei Bedarf auf „außerschulische Beratung“ ausgeweitet werden, wie z.B.:

Ø  Förderschule

Ø  Jugendamt

Ø  Schulaufsicht

Ø  Schulpsychologischer Dienst

Ø  Schulsozialarbeit

Ø  Berufseinstiegsbegleiter/in

Ø  Ökumenische Notfallseelsorge

 

1.2 Beratungsbereiche und Beratungsanlässe

Ø  Schullaufbahnberatung und berufsorientierende Beratung

Ø  Beratung in Unterrichts- und Erziehungsfragen

Ø  Hilfen für einzelne Schülerinnen und Schüler bei Erziehungs- und Schulschwierigkeiten.

Ø  Beratung für Sucht- und Gewaltprävention

 

1.3 Pädagogisch-didaktische Beratung

 

Es gibt zahlreiche Situationen und Fragestellungen rund um die Schule, die von den beteiligten Personen (Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer, Mitarbeitern und Eltern) als problematisch empfunden werden. Die Intention von Beratung ist es, die Menschen, die an dem Prozess von Erziehung und Lernen beteiligt sind, hier zu unterstützen. Beratung ist ein dialogischer Prozess. Ziel ist es, eine offene Frage zu klären, ein Problem zu verstehen und Handlungs- und Lösungsstrategien zu entwickeln. Grundlage dessen ist „Hilfe zur Selbsthilfe“ zu leisten, in dem Ratsuchende Unterstützung erfahren.

 

1.3.1 Klassenlehrerinnen und Klassenlehrer

Erste Beratungsinstanz sind grundsätzlich die Klassenlehrerinnen und Klassenlehrer. Sie sind zuständig und verantwortlich für die Beratung ihrer Schülerinnen und Schüler und für die Bearbeitung pädagogischer Probleme in der Klasse.

Ist eine klasseninterne Lösung eines Problems nicht möglich, beziehen die Klassenlehrerinnen und Klassenlehrer die Verbindungslehrerinnen und Verbindungslehrer der Schülervertretung, die Beauftragte für Sucht- und Gewaltprävention oder die Schulsozialarbeit mit ein.

Insbesondere nehmen die Klassenlehrerinnen und Klassenlehrer folgende Beratungstätigkeiten wahr:

Ø  individuelle Beratung von Schülerinnen und Schüler und Eltern bei Leistungsschwächen und Verhaltensauffälligkeiten

Ø  Schullaufbahnberatung von Schülerinnen und Schüler und Eltern (z.B. Versetzung und Abschlüsse) –  in Zusammenarbeit mit der Schulleitung

Ø  Information der Fachlehrerinnen und -lehrer über mögliche Ursachen von Verhaltensauffälligkeiten bzw. Leistungsschwächen

 

1.3.2 Fachlehrerinnen und Fachlehrer

Die Fachlehrerinnen und Fachlehrer sind ebenso wie die Klassenlehrerinnen und Klassenlehrer in den normalen Beratungsprozess eingebunden und nehmen ihre Beratungstätigkeit gegenüber Schülerinnen und Schülern ihrer Lerngruppen und deren Eltern wahr.

Sie nehmen Kontakt zur Klassenlehrerin bzw. zum Klassenlehrer oder auch zur Verbindungslehrerin, zur Beauftragten für Sucht- und Gewaltprävention oder zur Schulsozialarbeit auf und stimmen mit ihnen das weitere Beratungsverfahren ab.

 

1.3.3 Beratungslehrerin

Die Verbindungslehrerin begleitet die Schülerinnen und Schüler über alle Jahrgänge hinweg. Ebenso unterstützt sie bei der Beratung von Eltern und Lehrern. Die Verbindungslehrerin wird tätig, wenn sie

Ø  durch andere mit der Beratung befassten Personen in einen bestehenden Beratungsprozess mit einbezogen wird oder

Ø  selbst einen Beratungsbedarf feststellt.

Ø  Therapeutische Maßnahmen werden von der Beratungslehrerin nicht durchgeführt. Sie stellt ggf. Kontakt zu außerschulischen Personen oder Institutionen her. Bei der Beratung in Konfliktfällen ist die Beratungslehrerin dem Standpunkt der Neutralität verpflichtet. Ihre Aufgabe ist in erster Linie Moderation und Vermittlung.

Wichtige Grundprinzipien der Einzelfallberatung sind:

Ø  dass die zu Beratenden das Angebot freiwillig in Anspruch nehmen

Ø  dass alle Angaben und Informationen der Schweigepflicht unterliegen, solange es keine eindeutig davon abweichenden Absprachen mit dem zu Beratenden gibt.

Ziel der Beratung sollte sein, dass die Betroffenen lernen mit ihren Problemen selbstständig umzugehen und diese zu lösen.

1.3.4 FörderschullehrerIn

Beratung bei schulischen Problemen für folgende Personengruppen: Kinder, Eltern, Lehrkräfte

z. B.

  • bei Lern- und Verhaltensauffälligkeiten
  • beim Verfahren zur Feststellung des Sonderpädagogischen Förderbedarfs
  • bei Notwendigkeit von außerschulischen Therapien
  • bei Fragen der Schullaufbahn
  • bei der Integration von Kindern mit besonderem Förderbedarf in die Regelschule

 

1.3.5 Sozialpädagogen / Schulsozialarbeit

Die Beratung von Schülerinnen und Schülern orientiert sich an systemischen Beratungs-Strategien. Es ist wichtig den einzelnen Jugendlichen in seinem sozialen Kontakt (Schule, Familie, Freundeskreis) zu sehen. Der Sozialpädagoge begleitet und unterstützt Schüler und Schülerinnen in ihrer individuellen Schullaufbahn. Er hilft den Schülern und Eltern die Bildungs- und Ausbildungsangebote der Schule ihren Fähigkeiten und Neigungen entsprechend zu nutzen. Die Beratung fördert die Entwicklung der Kinder und Jugendlichen z.B. Lern- und Verhaltensschwierigkeiten aufzudecken und an ihnen zu arbeiten. Der Sozialpädagoge arbeitet in einem Netzwerk mit Klassen- und Fachlehrern sowie mit außerschulischen Institutionen zusammen. Im Team treffen sich regelmäßig die Beratungslehrerin und der Sozialpädagoge, um sich in ihrer Arbeit zu unterstützen. Eine Therapie findet in der Schule und im schulischen Umfeld nicht statt.

 

1.3.6 Schulleitung

Im Folgenden sind die Bereiche aufgeführt, in denen die Schulleitung tätig wird. Dabei wird besonders daraufhin gewiesen, dass der größte Teil der Arbeit gemeinsam mit den Klassenlehrern und Klassenlehrerinnen und Klassenlehrer und der Verbindungslehrerinnen und Verbindungslehrer geleistet wird.

Im Einzelnen:

Ø  Schüleraufnahmeverfahren

Ø  Klassenbildung/Jahrgangsorganisation

Ø  Schullaufbahnberatung

Ø  Konferenzen mit Klassenlehrerinnen und Klassenlehrern

Ø  Kontaktpflege und Zusammenarbeit mit außerschulischen Stellen und weiterführenden Einrichtungen

Ø  Einzelberatung von Kolleginnen und Kollegen, Schülerinnen und Schülern und Eltern.

Ø  Sprechzeiten nach Vereinbarung

 

1.3.7 Eltern

Pro Schuljahr finden zwei Klassenpflegschaftssitzungen pro Klasse statt. In der Jahrgangsstufe 5 gibt es vor Beginn des Schuljahres einen gemeinsamen Kennenlernnachmittag. An diesem Tag stellen sich die Schulleitung, Klassenlehrerinnen und Klassenlehrer, die Schulsozialarbeit, die Sonderpädagoginnen und Sonderpädagogen und die Vorsitzende des Fördervereins vor.

Ab dem Schuljahr 2016 findet in jedem Halbjahr ein verbindlicher Beratungstag für Eltern und Schülerinnen und Schülern an der Comenius-Schule statt.

 

1.3.8 Übersicht über die Handlungsfelder

 

 

1.4 Konfliktberatung

 

Zeitpunkt

 

Beratungsanlass

 

Zuständigkeit

 

Alle Klassen

 

Erziehungsschwierigkeiten

 

Verhaltensauffälligkeiten

 

innerfamiliäre Probleme

 

Lernschwierigkeiten

 

Klassenlehrer

Fachlehrer

Beratungslehrerin

FörderlschulehrerIn

SchulsozialarbeiterIn

 

 

 

Schüler mit Migrationshintergrund

 

Kollegen mit Sprachkompetenz

 

 

Drogenprävention

 

SchulsozialarbeiterIn

 

 

Gewaltprävention

 

Beratungslehrerin

SchulsozialarbeiterIn

 

 

Unterstützung der Schülervertretung

KlassenlehrerIn

BeratungslehrerIn

 

 

Konflikte zwischen Schülern

 

KlassenlehrerIn

SchulsozialarbeiterIn

 

 

 

 

Zeitpunkt

Präventionsprojekte

Zuständigkeit

 

Stufe 5

 

Soziales Lernen

 

 

KlassenlehrerIn

SchulsozialarbeiterIn

Stufe 7

Cybermobbing

Schulsozialarbeit in Zusammenarbeit mit der Kreispolizeibehörde Rhein-Kreis Neuss

 

 

 

Zeitpunkt

 

Beratungsanlass

 

Zuständigkeit

 

 

Konflikte m. Schulleitung

 

 

Konflikte zwischen Lehrern

 

 

Konflikte Lehrer ./.

Schüler / Klassen

 

Lehrerrat

 

 

Lehrerrat

 

 

Kollegiale Fallberatung

Schulsozialarbeit

 

  • Streitschlichtung
  • Präventive Projekte: z. B. STOP
  • Schulregeln, z. B. Spaßkämpfe
  • Schüler in Verantwortung nehmen
  • Klassen, die von z. B. Greyhound, Haus der Jugend o. a. gecoacht werden
  • Programm Lionsquest (5. / 6. Stufe)
  • SCHILF

1.5 Berufswahlorientierung

Die Berufswahlorientierung ist grundsätzlich eine Aufgabe aller Lehrerinnen und Lehrer. In der Schule werden die innerschulischen Strukturen festgelegt:

  • als StuBOs-/Beratungsteam.
  • entweder parallel zum Unterricht oder als separater Termin im Unterrichtsanschluss.

Die Berufswahlberatung findet verbindlich ab der 8. Jahrgangsstufe schulhalbjährlich statt, dabei werden individuelle Einzelgespräche mit jeder Schülerin und jedem Schüler geführt, die schriftlich dokumentiert werden. Diese Beratung ist verpflichtend für alle Schülerinnen und Schüler, auch für die ohne Gesprächsbedarf.

Die individuelle Beratung der Schülerinnen und Schüler erfolgt durch professionelles Personal im BerufsOrientierungsBüro (BOB) und durch verschiedene Einrichtungen und Institutionen. An dieser Stelle seien Informationstage durch die Berufsberaterin des Arbeitsamtes,  Besuche des Berufsinformationszentrums, Betriebserkundungstage, Bewerbertraining, Hospitationstage und Informationsabende über weiterführende Schulen beispielhaft genannt. Außerdem kann jede Schülerin und jeder Schüler jederzeit die Hilfe der StuBOs in Anspruch nehmen. 

 

Folgende berufsvorbereitende Instanzen werden die Schülerinnen und Schüler von der 7. bis zur 10. Jahrgangsstufe durchlaufen.

Klasse 7

  • Teilnahme am Girls-/Boysday organisiert durch die Beratungslehrer

Klasse 8

  • Erstellen eines Lebenslaufs
  • Vorbereitung auf die Berufsorientierung und Vorstellung des BOB
  • Teilnahme am Girls-/Boysday
  • Vorbereitung auf das Praktikum
  • Beruf aktuell – 2. HJ
  • Wirtschaft pro Schule
  • Etikette-Training
  • Berufswahlpass

Klasse 9  und Klasse 10

  • Schreiben einer Bewerbung
  • Zusammenarbeit mit der Sparkasse Neuss
  • Bewerbungstraining
  • Einstellungstest
  • Assessment-Center
  • Besuch der Messe „Beruf konkret“
  • Berufsparcours (in-oder extern)
  • Stadt Neuss Messe
  • Vocatium
  • Berufe-Live
  • Wirtschaft pro Schule

Die Schule strebt an ein Berufswahlsiegel als Zertifikat zu erhalten.

 

1.6 Laufbahnberatung

Die Wahlen des Wahlpflichtfaches ab der Klasse 6 werden von der Schulleitung vorbereitet. Ihre Aufgabe besteht darin, die zeitliche Abfolge der Informationen und Wahlen sowie deren Auswertung zu koordinieren. Klassen- und Fachlehrer informieren und beraten sowohl Eltern als auch Schülerinnen und Schüler. Inhalte dieser Beratung sind das individuelle Leistungsvermögen, die Neigungen und Interessen der Schülerinnen und Schüler sowie die Bedeutung der Wahl für den angestrebten Schulabschluss.

Eine ebenso sorgfältige Information und Beratung kommt der Entscheidung für eine weitere Fremdsprache zu einem späteren Zeitpunkt zu.

Alle Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge 5 – 10 nehmen am Förder- und Forderunterricht teil und werden von den Fachlehrerinnen und Fachlehrern informiert sowie beraten. Die Empfehlung wird mit den Klassenlehrerinnen und Klassenlehrern abgestimmt und in den Bildungs- und Entwicklungskonferenzen halbjährlich geprüft und beschlossen.

Zur Information über den voraussichtlichen Schulabschluss erhalten alle Schülerinnen und Schüler ab dem ersten Halbjahr des neunten Jahrgangs ihre Abschlussprognosen. Diese werden halbjährlich dem Zeugnis beigefügt und sind Gegenstand der regelmäßigen Laufbahnberatung, die auf der Grundlage des Leistungsstandes auch zum jeweiligen Quartal vorgenommen wird.

Die begleitende Information und Beratung zu Fragen der Schullaufbahn und im Zusammenhang mit der Berufs- bzw. Studienwahlvorbereitung stellen wichtige Orientierungs- und Entscheidungshilfen in der Sekundarschule I unserer Schule dar. Um Schülerinnen und Schüler sowie Eltern eine optimale Planung der individuellen Schullaufbahn zu ermöglichen, stellt die Comenius-Schule Informationsmaterial zur Verfügung und führt regelmäßige Informationsveranstaltungen auf Jahrgangsebenen durch. Klassenlehrerinnen und Klassenlehrer sowie Abteilungsleitung informieren und beraten darüber hinaus im Rahmen von Elternabenden,und Sprechstunden. Sie werden von einer Berufswahlkoordinationskraft, den Abteilungsleitern sowie externen Beraterinnen und Beratern unterstützt.

Ab Klasse 7 werden die Hauptfächer Mathematik und Englisch in Grund- und Erweiterungskurse differenziert. Hierbei entscheiden die Noten am Ende des 6. Schuljahres über die Zuteilung in G- und E-Kurse.