„Comenius“ trifft Landespolitik

„Comenius“ trifft Landespolitik

Begegnung des Landtagsvizepräsidenten Oliver Keymis mit Schülerinnen und Schülern der Klassen 9

„Keymis?! Sind Sie Türke? Oder Grieche? Das werde ich häufig gefragt.“ Und er sei Vizepräsident des Landtages von NRW? Was ein Vizepräsident denn so mache? So eröffnete Oliver Keymis seinen Besuch in der Comenius-Gesamtschule, wo die 9. Klassen in der Aula bereits auf ihn warteten.

Es folgten 120 kurzweilige Minuten, in denen Oliver Keymis mit diplomatischem Sachverstand sowie mit rheinischem Humor aus seiner Biografie erzählte, Einblicke in seine politische Arbeit und das politische System der Bundesrepublik Deutschland gab und schließlich unzählige Fragen der Schülerinnen und Schüler beantwortete – vorbereitete und spontane.

Die Botschaft, die die Comenius-SchülerInnen mit nach Hause nehmen sollten, verlor Oliver Keymis im Kaleidoskop der Themen dabei nicht aus den Augen.

Die Comenius-Gesamtschule führt den Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. Keymis erklärte, dass alle Menschen genetisch letztlich verwandt seien und die gleichen Wurzeln hätten. Flame, Pole, Türke oder Grieche – wir dürften nicht nachlassen, für den Frieden in der Welt zu kämpfen. Die jungen Leute sollten jede Gelegenheit nutzen, in andere Länder zu reisen und sich für andere Kulturen zu öffnen. So werden Menschen zu Freunden.

Politiker und Vizepräsident sei er erst nach vielen Jahren als erfolgreicher Theatermann und Regisseur geworden. Da sich die Neuntklässler gerade in der Berufswahlvorbereitung befinden, erzählte Oliver Keymis von seinen eigenen Berufserfahrungen und betonte, dass eine abgeschlossene Berufsausbildung für Sicherheit im Leben sorgt und deshalb für die Jugendlichen vorrangig sein müsse.

Was er von E-Scootern auf den Straßen halte, ob er sich die Legalisierung von Cannabis vorstellen könne, ob er Greta Thunberg und die „Friday- for- future“-Demos unterstütze, wie der Landtag mit der AfD-Partei zusammenarbeite und welche Meinung er zu Donald Trump habe – das waren einige der brennenden Fragen der Comenius-Schülerinnen und Schüler.

Bei aller Komplexität der Fragen und Antworten, wurde den Comenius-SchülerInnen klar: Die Demokratie in Deutschland ist ein hohes Gut, das es zu schützen gilt, indem man aufmerksam bleibt und sich auch aktiv politisch engagiert, wie Oliver Keymis selbst. Die Zukunft zu gestalten und den Klimaschutz voran zu bringen, liege in der gemeinsamen Verantwortung der Politik, der Erwachsenen und der jungen Generation. Da könne es kein „ihr“ auf der einen Seite und ein „ich“ auf der anderen Seite geben. Nicht alles, was heute an Technologie auf dem Markt ist, wie zum Beispiel batteriebetriebene Elektroautos, ist auf Dauer sinnvoll. Natürliche Ressourcen und Menschenrechte müssen geschützt werden. Und was die E-Scooter betrifft – es sei doch viel schöner zu Fuß durch die Stadt zu bummeln, meinte Oliver Keymis. Außerdem würde dann das fragwürdige nächtliche Einsammeln der Scooter aufhören.

Im Dezember 2019 sind die Comenius-Gesamtschüler zum Gegenbesuch in den Landtag NRW eingeladen.