Märchenhafte Stunden in der Stadtbibliothek

„Es war einmal…“ – ein Satzanfang, der jeden, der ihn hört, in die märchenhafte Welt der Prinzessinnen und Prinzen, der Hexen und Zwerge, der bösen Stiefmütter und wundersamen Tiere mitnimmt.
Am 11. März 2015 wurden sie in den Köpfen einer Schülergruppe der 5er-Klassen lebendig, als Eva Müller, Mitarbeiterin der Stadtbibliothek Neuss, im Rahmen der Kooperation mit der Comenius-Schule aus klassischen Märchen vorlas.
Vorlesen – nur etwas für Vorschulkinder? Mitnichten! Die 10- und 11jährigen Schülerinnen und Schüler lehnten sich zurück, schlossen die Augen und lauschten konzentriert den altbekannten Geschichten, deren Merkmale sie zuvor im Unterricht herausgearbeitet und analysiert hatten.
Doch bei Grimms Märchen sollte es nicht bleiben. Eva Müller entführte die Schülerinnen und Schüler in die zugleich faszinierende und fremde Welt türkischer Märchen und verzauberte mit Auszügen aus Erzählungen aus „Tausend und einer Nacht“.
Als der Kopf voll war mit all dem märchenhaften Geschehen, wurde in der Stadtbibliothek kreativ gearbeitet. Die Kinder erhielten Papier und Farbstifte, um das, was sie gehört hatten, in bunten Szenen zu malen und zu gestalten.
Eigene Märchen zu schreiben, ist nicht jedermanns Sache, doch die Schülerinnen und Schüler nahmen die Herausforderung gerne an. Da zeigte sich, wer im Deutschunterricht gut aufgepasst hatte, die Merkmale der Märchen mit seiner Fantasie verbinden konnte und den roten Faden durch die magischen Orte, die zu bestehenden Prüfungen, die Aktionen der bösen Zauberer bis hin zum Happy End nicht verlor.
„Und wenn sie nicht gestorben sind…“ – so enden sie meistens, die Märchen. Nein, gestorben sind weder die Figuren noch die Märchen selbst. Und auch die Schülerinnen und Schüler der Comenius-Schule zeigten keine Ermüdungserscheinungen. Sie erlebten einen Thementag, der den Deutschunterricht in der Schule mit der Stadtbibliothek als außerschulischem Lernort in gelungener Weise miteinander verbindet.