Bildung in Zeiten von Corona

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Liebe Eltern, liebe Schülerinnen und Schüler,

Lernen im Wohnzimmer, keine Freundinnen und Freunde treffen, vielleicht Angst um den angestrebten Abschluss: Wir alle stehen vor vielen ungewohnten Aufgaben und wissen nicht so recht, was die Zukunft uns bringt. Eine Angst möchte ich Ihnen und euch aber nehmen. Bildung bezieht sich nicht nur auf Unterricht in der Schule, Bildung ist viel mehr als Schule.

Um dies zu unterstreichen hat die Landesregierung klar geäußert, dass kein Kind einen Nachteil durch die Schulschließungen haben soll. Konkret heißt das, dass z.B. die Inhalte des im häuslichen Umfeldes erarbeiteten Lernstoffs nicht unmittelbar abgefragt und benoten werden dürfen. Nur wenn der Stoff noch einmal im regulären Unterricht behandelt wurde, ist er auch überprüfbar. Niemand muss Angst vor falsch gelösten oder nicht verstandenen Lernaufgaben haben. Der Landtag diskutiert gerade über ein Gesetz, dass sogar die Abschlussprüfungen im Extremfall abgesagt werden können.

Bildung ist aber mehr als das. Es ist jetzt z.B. eine tolle Zeit, um bereits gelerntes einmal in der Wirklichkeit zu erfahren. Probiert das wirkliche Leben aus. Sucht euch ein Rezept fürs Kochen oder Backen. Schreibt daraus einen Einkaufszettel, vielleicht müsst ihr die doppelte oder die halbe Menge berechnen, vielleicht Maßeinheiten umrechnen. Geht einkaufen und vergleicht dabei Preise der Lebensmittel. Bereitet das Gericht zu oder backt den Kuchen. Hört euch an, was eure Familie zum Ergebnis eurer Arbeit sagt und haltet es auch aus. Hinterlasst die Küche genau so, wie sie vorher aussah. Und das Wichtigste: Sprecht es vorher mit euren Eltern ab!

Es ist auch eine super Zeit zum Sport treiben. Hier findet ihr eine witzige Möglichkeit des Trainings: Das tägliche Alphabet Training

In schwierigen Zeiten wie diesen, zeigt sich am Besten, was für eine Art Mensch man ist. Ihr könnt anderen Menschen helfen, ihre wichtigen Aufgaben zu erfüllen, in dem ihr ihnen Mut macht. Malt doch ein Bild oder schreibt einen kurzen Brief und verschickt oder verteilt ihn (ohne Kontakt) an eine Kassiererin im Supermarkt, einen Müllmann, eine Krankenschwester oder einen Altenpfleger. Oder werft ein Bild oder einen Brief in einem Altenheim in den Briefkasten, wo die Menschen gerade keinen Besuch von ihrer Familie erhalten und deshalb einsam sind. Alle freuen sich darüber und ihr könnt stolz auf euch sein.

Apropos Stolz: Die Lehrerinnen und Lehrer unserer Schule haben schon gezeigt, welche Art Mensch sie sind, wenn es schwierig wird. Als die Regierung angekündigt hat, dass auch an den Wochenenden und in den Ferien eine Notbetreuung in der Schule eingerichtet werden muss, habe ich einen leeren Plan mit Diensten für diese Tage erstellt und per Mail alle Lehrkräfte gebeten, sich freiwillig zu melden. Nach einer halben Stunde war der Plan voll, nach zwei Stunden gab es keinen einzigen mehr, der sich nicht freiwillig gemeldet hat! Das war außergewöhnlich und hat mich sehr stolz gemacht. Ich bin sicher, ihr werden auch zeigen, dass man auf euch bauen kann.

Keiner weiß im Moment, ob und wie es nach den Ferien weitergeht. Informationen dazu werden an dieser Stelle veröffentlicht, sobald wir etwas wissen. Die Schule bereitet sich gerade auf alle möglichen Szenarien vor und wird gerüstet sein.

Schöne Ferien und bleiben Sie/bleibt gesund!

Jochen Reif
Schulleiter